Laserverfahren im Überblick
„Lasern" ist ein Sammelbegriff für sehr unterschiedliche Verfahren. Welches zu Ihrem Bauteil passt, hängt von Werkstoff, geforderter Beständigkeit und Optik ab. Diese Übersicht erklärt die Unterschiede — ohne Marketingsprache.
Die fünf Laserverfahren im Vergleich
| Verfahren | Was passiert | Materialabtrag | Typisch für |
|---|---|---|---|
| Lasergravur | Material wird oberflächlich abgetragen | gering | Industriebauteile, Werkzeuge |
| Tiefengravur | mehrfacher Abtrag in die Tiefe | hoch | Formenbau, Prägestempel |
| Anlassbeschriftung | Oxidschicht durch Erwärmung | keiner | Edelstahl, Medizintechnik |
| Abtragen | gezielter Abtrag einer Deckschicht | nur Schicht | eloxiertes Aluminium, Beschichtungen |
| Farbumschlag | Farbänderung im Werkstoff selbst | keiner | Kunststoffe |
Lasergravur
Der Laser trägt an der Oberfläche Material ab und hinterlässt eine Vertiefung. Das Ergebnis ist ertastbar und sehr abriebfest — die Markierung kann nicht abgewischt oder abgerieben werden, weil sie physisch im Bauteil sitzt.
Geeignet für: Bauteile, die mechanisch belastet werden; Werkzeuge; alles, wo eine Markierung auch nach Jahren Abrieb noch lesbar sein muss.
Zu bedenken: Die Gravur öffnet die Oberfläche. Bei Edelstahl in korrosiver Umgebung ist das ein Nachteil — dann ist die Anlassbeschriftung die bessere Wahl.

Nicht nur an der Oberfläche
Mehrfacher Abtrag statt Oberflächenbeschriftung — dort, wo später noch bearbeitet wird.
Anfrage startenTiefengravur
Die Tiefengravur ist keine andere Technik, sondern eine Frage der Intensität: Der Laser fährt dieselbe Kontur mehrfach ab und trägt dabei Schicht für Schicht Material ab. So entstehen Gravurtiefen, die weit über eine normale Beschriftung hinausgehen.
Geeignet für:
- Formen und Werkzeuge, bei denen die Gravur später ins Werkstück abgeformt wird
- Prägestempel und Punzen
- Bauteile, die nachbearbeitet werden — etwa geschliffen oder poliert. Eine flache Beschriftung würde dabei verschwinden, eine Tiefengravur bleibt erhalten.
- Markierungen, die extremem Abrieb ausgesetzt sind
Zu bedenken: Tiefengravur dauert deutlich länger als eine Oberflächenbeschriftung, weil mehrere Durchgänge nötig sind. Bei großen Stückzahlen wirkt sich das auf den Preis aus. Ob die geforderte Tiefe wirklich nötig ist, klären wir gern vorab — oft reicht weniger als zunächst angenommen.
Machbare Tiefe: hängt von Werkstoff und Fläche ab. Nennen Sie uns die geforderte Tiefe, dann sagen wir Ihnen, was realistisch ist und was es kostet.
Anlassbeschriftung
Der Laser erwärmt die Metalloberfläche gezielt, ohne Material abzutragen. Dabei bildet sich eine dünne Oxidschicht, deren Farbe von der eingebrachten Energie abhängt — von Strohgelb über Braun bis Schwarz.
Der große Vorteil: Die Oberfläche bleibt geschlossen, die Korrosionsbeständigkeit bleibt erhalten. Für Edelstahlbauteile, die gereinigt oder sterilisiert werden, ist das oft das entscheidende Kriterium.
Geeignet für: Edelstahl und Titan, insbesondere in der Medizintechnik.
Abtragen
Beim Abtragen entfernt der Laser gezielt eine Deckschicht und legt das darunterliegende Material frei. Der Kontrast entsteht durch den Farbunterschied zwischen Schicht und Grundmaterial.
Das Paradebeispiel ist eloxiertes Aluminium: Die dunkle Eloxalschicht wird an der Beschriftung abgetragen, darunter kommt das helle Aluminium zum Vorschein. Der Kontrast ist sehr hoch und verblasst nicht, weil er nicht auf Farbe beruht.
Geeignet für:
- Eloxiertes Aluminium — Typenschilder, Frontplatten, Bedienblenden
- Lackierte und pulverbeschichtete Oberflächen
- Zweischichtige Kunststoffe
- DLC- und PVD-beschichtete Bauteile, hier überwiegend mit dem Faser- und MOPA-Laser
Zu bedenken: Die Parameterwahl entscheidet darüber, ob nur die Schicht entfernt oder auch das Grundmaterial angegriffen wird. Bei dünnen Beschichtungen ist das anspruchsvoll — deshalb bemustern wir hier grundsätzlich vorab.
Farbumschlag
Bei Kunststoffen kann der Laser eine Farbänderung im Werkstoff selbst auslösen, ohne Material abzutragen. Additive im Kunststoff reagieren auf die eingebrachte Energie und ändern ihre Farbe — meist hell auf dunkel oder dunkel auf hell.
Geeignet für: technische Kunststoffe, Gehäuseteile, Bedienelemente.
Zu bedenken: Ob und wie stark ein Farbumschlag entsteht, hängt vollständig von der Zusammensetzung des Kunststoffs ab. Pigmente, Füllstoffe und Additive bestimmen das Ergebnis — zwei Teile derselben Farbe aus unterschiedlichen Chargen können sich unterschiedlich verhalten. Ein Musterteil ist hier nicht optional, sondern notwendig.
Und welches Verfahren brauche ich jetzt?
Die ehrliche Antwort: Das lässt sich aus der Ferne selten sicher sagen. Die Wahl hängt ab von
- Werkstoff und Oberflächenzustand — poliert, gebürstet, beschichtet, eloxiert
- Belastung im Einsatz — Abrieb, Reinigung, Sterilisation, Chemikalien, UV
- Geforderter Optik — ertastbar oder eben, matt oder kontrastreich
- Stückzahl — manche Verfahren sind deutlich langsamer als andere
Deshalb steht bei uns am Anfang jeder Zusammenarbeit die Bemusterung am realen Bauteil. Sie müssen sich nicht vorab festlegen: Schicken Sie uns ein Musterteil und beschreiben Sie, was die Markierung aushalten muss. Wir schlagen das passende Verfahren vor — und sagen Ihnen auch, wenn ein einfacheres ausreicht.
Unsere Laserquellen
Welches Verfahren möglich ist, hängt auch von der Laserquelle ab. Wir haben vier im Haus:
Faserlaser — das Arbeitspferd für Metall und beschichtete Oberflächen. Hohe Geschwindigkeit, hoher Kontrast, sehr gute Wiederholgenauigkeit.
MOPA-Laser — erlaubt es, die Pulsdauer frei einzustellen. Damit gelingen Farbeffekte auf Edelstahl, saubere Ergebnisse auf eloxiertem Aluminium und auf geeigneten Kunststoffen ein deutlicher Farbumschlag.
Ultrakurzpulslaser — bringt kaum Wärme ins Material. Unsere Wahl für die Schwarzmarkierung und für besonders empfindliche Werkstoffe.
CO2-Laser — für Werkstoffe, die auf die Wellenlänge der Faserlaser nicht ansprechen: viele Kunststoffe sowie organische Werkstoffe wie Holz, Leder und Kork. Leistungsbereich 20 bis 60 Watt.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Lasergravur und Laserbeschriftung?
Im Sprachgebrauch werden beide Begriffe oft gleichbedeutend verwendet. Technisch bezeichnet Gravur einen Materialabtrag mit ertastbarem Ergebnis, während Beschriftung auch Verfahren ohne Abtrag einschließt — etwa Anlassbeschriftung oder Farbumschlag.
Wie tief kann eine Tiefengravur werden?
Das hängt von Werkstoff und Fläche ab. Nennen Sie uns die geforderte Tiefe, dann sagen wir Ihnen, was realistisch ist und wie es sich auf Bearbeitungszeit und Preis auswirkt.
Welches Verfahren ist das günstigste?
In der Regel die einfache Oberflächengravur mit dem Faserlaser, weil sie am schnellsten ist. Tiefengravur und Schwarzmarkierung brauchen mehr Zeit. Bei großen Serien schlägt das durch — wir weisen den Unterschied im Angebot aus.
Welches Verfahren ist am beständigsten?
Gegen mechanischen Abrieb die Tiefengravur. Gegen Korrosion und Reinigungsprozesse die Anlassbeschriftung, weil sie die Oberfläche nicht öffnet. Es gibt kein Verfahren, das in allen Punkten das beste ist.
Kann ich mehrere Verfahren auf einem Bauteil kombinieren?
Ja. Zum Beispiel eine tiefe Gravur für die Seriennummer und einen kontraststarken DataMatrix-Code per Schwarzmarkierung.
Unsicher, welches Verfahren passt?
Schicken Sie uns ein Musterteil und beschreiben Sie, was die Markierung aushalten muss. Wir schlagen das passende Verfahren vor — kostenfrei und unverbindlich.
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